Beratung

Freie Lernberatung für freie Geister

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Jahrzehntelang habe ich mich als angestellter Montessori-Lehrer der Begleitung und Bildung von Kindern und Jugendlichen gewidmet. Mit der Zeit kamen mir immer mehr Zweifel, ob die Institution Schule wirklich die freie Entfaltung der jungen Menschen im Sinn hat. Es wurde zwar viel von der Selbstständigkeit der Schüler geredet; ein wirklich eigenständiges, unvoreingenommenes Denken war gleichwohl nicht erwünscht. Die Glaubwürdigkeitskrise der vergangenen Jahre hat mir gezeigt, dass die Lehrer selbst nur bedingt zu einem kritischen, forschenden, alles hinterfragenden Denken bereit sind. Das hat gewiss auch persönliche Gründe, über die ich hier nicht weiter spekulieren möchte. Ganz sicher aber sind die Begrenzungen freien Denkens institutionell bedingt.

Meine Arbeitgeber waren sogenannte freie Träger, nichtkonfessionelle Elternvereine. Formal galten diese Montessori-Schulen als nichtstaatliche Schulen, aber de facto standen sie sehr wohl in einem finanziellen Abhängigkeitsverhältnis zum Staat. Und so mussten sich diese „freien“ Einrichtungen stets an einer Vielzahl behördlicher Direktiven halten. Der Staat bestimmte erstens, wer Schüler unterrichten durfte, und zweitens welche „Inhalte“ dabei zu vermitteln waren. Weltanschaulich neutral ist dieser Staat indes nicht – was sich in den vergangenen Krisenjahren besonders deutlich zeigte. In dieser Zeit schickte er sich tatsächlich an, das Denken aller Lehrer und damit auch aller Schüler gleichzuschalten. Ich weiß sehr wohl um die historische Bedeutung dieses Begriffs (habe Hannah Arendts Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft sehr aufmerksam gelesen) und benutze ihn hier mit Bedacht. Auf die Streitfrage, ob die staatlichen Verordnungen und Einschränkungen unserer Grundrechte angemessen und notwendig oder unverhältnismäßig und unnötig waren, möchte ich gar nicht eingehen. Entscheidend und eklatant ist etwas anderes, nämlich, dass es in der Schule nicht erlaubt war, die Vorgehensweise des Staates in Frage zu stellen. Wenn aber an Schulen nicht mehr kritisch und ergebnisoffen über die Gefährdung unserer Freiheit und den ungekannten Machtzuwachs der Regierenden gesprochen werden darf, Stichwort: politische Bildung, haben diese Einrichtungen dann nicht bereits ihre Daseinsberechtigung verloren?

Als ich erkannte und am eigenen Leibe erfuhr, wie sehr auch eine Montessori-Schule in freier Trägerschaft von der materialistischen und kapitalistischen Weltanschauung des Staates durchdrungen ist, kehrte ich der Institution Schule den Rücken zu. Seitdem bin ich als freier Lernberater selbstständig. Wenn du mehr darüber wissen willst, schau dir meine berufliche Website an:

https://www.leonardus.website/

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